Die Welttagung der Lehrerinnen und Lehrer wird vom 30. März bis 3. April 2027 am Goetheanum stattfinden. Das Thema lautet: «Zum Lernen und zur Arbeit». Seien Sie dabei!




Das Thema der Tagung ist dasjenige, was das Leben der Schule ausmacht: Lernen – das Ein-Verweben in das schon Da-Seiende – in das, was uns vorangegangen ist, wonach sich der Mensch sehnt und womit er sich durch die Geburt verbindet. Arbeiten – die schon da-seiende Welt durch aktive Teilhabe am Geschehen verwandeln, sich in das Weltgeschehen einschreiben und in diesem Vollzug selbst werden.
Wofür ist man Tag für Tag in der Schule? Wir vergegenwärtigen es uns gegenseitig – die Kinder, die jungen Menschen, die Lehrpersonen – «zum Lernen und zur Arbeit»*. Das Leben der Schule. Lernen und Arbeiten sind die Elemente, zu denen der Mensch angetreten ist. Das stetige Erweitern des Welt- und Wissenshorizonts sowie die aktive Gestaltung der gemeinsamen Wirklichkeit sind die Grundlagen. Sie bilden die Substanz des Schicksals im Erwachsenenleben. Die Schule des Lebens. Im Lehrersein verbinden sich beide Dimensionen. Das Leben in der Schule wird zu einer Schule des Lebens, in der sich pädagogische Praxis und Wissen um die Welt, verbinden und durchdringen müssen. Die Schule des Lebens und die mitverantwortende Weltbürgerschaft legitimieren das Lehren und ermöglichen es uns, den Kindern und jungen Menschen jeden Tag zu sagen: Das ist unsere gemeinsame Welt.
An der Tagung werden wir diese Dimensionen des Lehrer-Seins, des Welt-Lehrerseins, Welt-Lehrer-Seins die Rudolf Steiner in den pädagogischen Kursen in England immer erneut hervorhebt, mit Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt teilen und vertiefen. Denn ohne diese Aufgabe gibt es keine Schule. Schule ist ein Ort, an dem von Beginn an Lernen und Arbeiten, Teilhabe und Transformation üben und leben.
Zur Tagung:
Angesichts der technischen Entwicklungen und der maschinellen, künstlichen Intelligenz stellen sich existentielle Fragen für das Lernen und für die Arbeit, für die soziale Verantwortung sowie zu der Verantwortung gegenüber der Natur. Wissenschaftler, Pädagogen und sozial und politisch aktive Menschen werden zu diesen Themen Vorträge halten. Aufkommende Fragen werden wir dann in freien Gesprächen behandeln. Ein zentrales Thema wird auch die Frage sein, worauf die Unterrichtsvorbereitung der Lehrpersonen heute gründet. Welche Rolle kommt der maschinellen Unterstützung und der Autonomie und Kreativität zu? In der Vorbereitung lernen und arbeiten wir als Pädagogen – auch dieses Lernen und Arbeiten ist aktuell infrage gestellt. Umso wesentlicher für das pädagogische Handeln sind daher die meditative Praxis, die kontemplative Vertiefung in der Menschenkunde und die kollegiale Zusammenarbeit.
Für Mitglieder der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft finden Klassenstunden statt. Für diejenigen, die diese von Rudolf Steiner für die Freie Hochschule begründete meditative Erkennntisschulung noch nicht kennen, wird es parallel eine Einführung und ein Gespräch hierzu geben. Es wird Führungen durch den Bau und das Gelände, Vorträge und Forschungsberichte, Best-Practice-Beispiele sowie Konzerte von Jugendlichen aus Frankreich und Lettland, von Musikern aus Norwegen, Argentinien und der Schweiz sowie Eurythmie, auch vom Goetheanum-Ensemble, geben. Zum Todestag Rudolf Steiners am 30. März sind alle zu der Gedenkfeier eingeladen.
Das Programm wird Ende August veröffentlicht und die Online-Anmeldung wird ab Mitte September möglich sein.
Die Pädagogische Sektion am Goetheanum und die Internationale Konferenz für Steiner Waldorf Pädagogik laden Sie herzlich zur 12. World Teachers’ Conference ein. Die Tagung ist eine Fortbildung und eine gemeinsame Vergegenwärtigung dessen, wofür wir angetreten sind: arbeiten und lernen!
*Wie es im Morgenspruch, den Rudolf Steiner den Lehrerinnen und Lehrer für die Schule gab, heisst. Vgl. Rudolf Steiner. Konferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule in Stuttgart 1919 bis 1924 Erster Band: Das erste und zweite Jahr, 1919 - 1921. GA 300a. Basel 2019, S. 64ff.