Steiners «Oxford-Kurs»

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Lesen Sie hier Peter Selgs spannenden Beitrag zum Kontext der 100-jährigen Vorträge.

Rudolf Steiners Vortragsreihe «Spiritual Values in Education and Social life», die er 1922 als Hauptredner der pädagogischen Konferenz in Oxford vortrug – hallt bis heute nach, meist unter dem schlichteren Namen «Oxford-Kurs».


«Die pädagogische Konferenz im Manchester College der Universität Oxford im August 1922 war ein lichtes Ereignis in einem Jahr, das für Rudolf Steiner und die Anthroposophie von dunklen Schatten durchzogen und von Schwierigkeiten überlagert wurde. Steiners letzte öffentliche Vortragstourneen in Deutschland im Januar und Mai 1922 endeten mit flächendeckenden medialen Diffamierungen. (...) Ob es angesichts dieser Situation überhaupt sinnvoll war, sich weiter an die akademische und sonstige Öffentlichkeit zu wenden, war in der Anthroposophischen Gesellschaft sehr umstritten. (...)

Bereits in seinem Eröffnungsvortrag in Oxford betonte Steiner, es gehe darum, das Neue aus dem Alten heraus 'würdig zu gestalten'. Er sei dankbar, die 'spirituelle wissenschaftliche Erkenntnis' an diesen Ort tragen zu dürfen, deren Ausbildung er als 'Aufgabe' seines Lebens bezeichnete.

Der Mensch müsse als Angehöriger einer übersinnlichen Welt in neuer Weise verstanden werden; es gehe darum, die spirituelle Basis der Erziehung neu zu finden, 'mit Gott zu wollen, aus den göttlichen Absichten heraus zu handeln', wie er im theologischen Manchester College, im impliziten Dialog mit seinen Gastgebern, sagte.

'Geist zu tun' und nicht bloss 'Geist zu denken', sei für die Gegenwart und Zukunft von vorrangiger Bedeutung, gerade auch in der Pädagogik. (...)

Über die Atmosphäre von Steiners Morgenkurs schrieb die Eurythmistin Annemarie Donath, die Stimmung im Saal habe sich von Tag zu Tag weiter vertieft und verinnerlicht: Die Zartheit und die Liebe, mit der er über die Kinder und ihre Entwicklung sprach, schuf eine Atmosphäre, in der es manchmal schien, als ob unsichtbar ein Kind – ein Repräsentant aller Kinder –, gerufen durch die grosse Liebe und Weisheit dessen, der das sprach, im Raum anwesend war. (...)»

Den ganzen Beitrag von Peter Selg, einem der drei Leitenden der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion, finden Sie: hier im pdf

 


Mehr zu Steiners Erziehungskursen in Oxford und Dornach finden Sie in unserer Vortragsreihe «Feste einer humanistischen Pädagogik».


Manuskript von Rudolf Steiner aus dem Jahr 1904. Foto: Rudolf Steiner Archiv.Manuskript von Steiner (Foto: Symbolbild/ Rudolf Steiner Archiv).