Umkämpfte Intelligenzen: Mind the gap!

|   11. Welt- Lehrer- und Erziehertagung
Mit diesem Thema wird sich die 11. Welt- Lehrer- und Erziehertagung am Goetheanum in Dornach/ Schweiz beschäftigen, die Ostermontag beginnend, vom 18. – 23. April 2022 stattfindet. Es ist die erste weltweite Tagung für Waldorfpädagogik nach dem Jubiläumsjahr «100 Jahre Waldorfpädagogik».

Die Covid-Pandemie 2019/20 traf weltweit alle pädagogischen Einrichtungen. Viele Kindergärten, Schulen und Ausbildungsstätten mussten schliessen und in den meisten Einrichtungen wurde auf Fernunterricht umgestellt. Die Zeit nach der Coronakrise stellt etliche grundsätzliche Fragen an die Bildung sowie an das Lernen in der Praxis.

Wir stehen jetzt vor einer globalen Herausforderung, Anregungen und Beiträge zur Lösung der Aufgaben im Bereich der Pädagogik zu finden. Wir möchten gemeinsam mit allen Beteiligten an Waldorf/Steiner Schulen in einen weltweiten Austausch und eine globale Zusammenarbeit kommen.

Die Tagung wird durch eine Gruppe in der Internationalen Konferenz der Waldorfpädagogischen Bewegung (Haager Kreis) vorbereitet, die an der Themenfindung für die Tagung arbeitet und folgenden, bereits oben genannten Titel wählte:

"Umkämpfte Intelligenzen: Mind the gap!"

Wie kann die Intelligenz aus dem ganzen Menschen heraus entwickelt werden?

Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Körper. Er bildet die Grundlage für die Selbstwahrnehmung des Menschen, sein Reflexionsvermögen und Empfindungsleben und steht mit dem Seelischen und Geistigen des Menschen in einem permanenten Austausch. In ihm spiegeln sich alle Lebens- und Seelenvorgänge. Er ist zutiefst verbunden mit der Um-Welt, der Art und Weise des Lernens und der inneren Haltung der ihn umgebenden Menschen.

Sollen die verschiedenen Metamorphosen der Intelligenzen sich umfassend entfalten, braucht es eine pädagogische Praxis, die ihre Wirkungen bis in den physischen Leib hinein erfassen kann.

Das Thema der Intelligenz und eines spiritualisierten Denkens stellt auch im Werk Rudolf Steiners eine zentrale Rolle im Verhältnis des gegenwärtigen Menschen zum Zeitgeist Michael dar.  

Als erste Anregungen haben wir zu der Thematik drei Aspekte zur Vorbereitung der kommenden Tagung skizziert.

Das reduktionistische Menschenbild

Wie können wir durch eine gelebte anthroposophische Forschungskultur neue Zugänge zu einem ganzheitlichen Menschenverständnis bzw. zur Leiblichkeit pflegen, das sich in der pädagogischen Praxis fruchtbar erweisen kann?

Digitales Lernen
Wie gestalten wir einen gesunden Umgang mit den digitalen Medien? Welche kreativen methodischen Wege sind zu entwickeln? Welche Qualitäten besitzt die menschliche Intelligenz, die sich im Zusammenhang mit dem ganzen Körper/ bzw. der Leiblichkeit und mit konkreten Sinneserfahrungen entwickelt hat? Was sind die pädagogisch relevanten Aspekte der künstlichen Intelligenz?

Umweltkrise/Klimawandel

Wie verbindet sich die Leiblichkeit mit der Umwelt? Welche Formen der Zusammenarbeit von Kindergärten und Schulen mit der ökologischen Bewegung können geschaffen und ausgebaut werden? Wie kann die biologisch-dynamische Landwirtschaft in den schulischen Alltag integriert werden?

Die Arbeit an diesem Thema wird vor allem dadurch fruchtbar, dass möglichst viele von Ihnen vor und nach der Tagung aktiv mitarbeiten. Wir freuen uns zum Beispiel über folgende Beiträge:

● Anregungen, Artikel und Forschungsmaterial zum Thema 

● Beobachtungen aus dem pädagogischen Alltag

● Schwerpunkte Ihrer Konferenzarbeit zur Tagungsvorbereitung

● Kolloquien, Studientage oder Tagungen, die sie dazu lokal oder            

   regional organisieren möchten

Schicken Sie Ihren Beitrag gerne an: paed.sektionnoSpam@goetheanum.ch

Wir freuen uns über Ihre Ideen und Initiativen!

Tomas Zdrazil, Henning Kullak-Ublick, Philipp Reubke, Florian Osswald