Schulen in Europa: Wie haltet ihr es mit dem Fernunterricht?

|   Distance Learning

von Georg Jürgens, European Council for Steiner Waldorf Education

Im European Council for Steiner Waldorf Education verfolgen wir die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie genau. Schulen sind vielerorts geschlossen, und immer mehr von ihnen müssen ihren Schülern Fernunterricht anbieten oder haben das dringende Bedürfnis, Familien unabhängig von gesetzlichen Verpflichtungen ein entsprechendes Angebot zu machen.

Wir versuchen daher, unseren Mitgliedern zu helfen, indem wir die unterschiedlichen Antworten unserer Schulen und Mitgliedsverbände im Umgang mit dieser immensen Herausforderung suchen und identifizieren, und dann im nächsten Schritt eine Sammlung bewährter Verfahren von Waldorf- und Nicht-Waldorfschulen in ganz Europa zur Verfügung stellen. Diese kann sodann verwendet werden, um Online-Schulungen für Lehrer zu entwickeln oder um individuelles Peer-Learning zwischen interessierten Lehrern zu erleichtern.

Heute möchten wir die ersten Ergebnisse unserer internen Recherche vorstellen und Sie um Ihre Hilfe beim Austausch weiterer Praktiken bitten.

Der Fernlehrplan der Basel International School

Unsere Schweizer Kollegen haben uns den Fernlehrplan der Internationalen Schule in Basel bereitgestellt. Die Schule hat auch ein Fernlernportal entwickelt, auf das hier mit dem Benutzernamen "guest.school" und dem Passwort "Distance.Learning" zugegriffen werden kann. Ein großes Dankeschön geht an die ISB-Kollegen für die Bereitstellung dieser wertvollen Ressourcen. Sie wurden von der ISB zusammen mit asiatischen Kollegen entwickelt und gaben den ISB-Lehrern einen zeitlichen Vorsprung, der es ihnen erlaubte, sich rechtzeitig vor der Ausbreitung des Virus in Europa auf neue Lernformen vorzubereiten. Ihre Arbeit kann nun als ein möglicher Ausgangspunkt dienen, um eine echte Waldorfantwort auf diese große Herausforderung zu entwickeln. Während eine Waldorfschule im Hinblick auf den Einsatz digitaler Werkzeuge berechtigterweise vorsichtiger vorgehen dürfte, ist es eine Stärke des Plans, einen klaren und gut verständlichen Rahmen für den Fernunterricht vorzugeben, von dem wir für die Gestaltung eines eigenen, soliden Fernlehrplans lernen können.

Der Plan definiert klar:

  • Die Rolle der Eltern, Erzieher und Schüler;
  • Den entwicklungsorientierten Ansatz der Schule zur Nutzung digitaler Werkzeuge;
  • Die Aufgaben der beteiligten Kollegen;
  • Die Kommunikationskanäle;
  • Die Zeitplanung für die Schüler, die die regulären Stundenpläne ersetzt;
  • Der Zeitplan für die Einführung des Plans in der Schule.

Bitte helfen Sie uns, die Situation in Europa besser zu verstehen

Aber wie genau stellt sich die Situation an den Waldorfschulen in Europa dar? Haben die Schulverbände Beratungsangebote entwickelt oder sind die Schulen hier auf sich allein gestellt? Wir wären daran interessiert zu sehen, welche Strategien entwickelt wurden, und diese zentral für die weitere Verbreitung zu sammeln. Es gibt viele Fragen, die sich in diesem Kontext stellen, und die Antworten die Sie jeweils auf diese und ähnliche Fragen finden, sind für uns von großem Interesse:

  • Welche Rollen definieren Ihre Schulen für Eltern, Erzieher und Schüler im Fernunterricht?
  • Wie reflektiert der Ansatz Ihrer Schule oder Ihres Verbandes die Entwicklungsbedürfnisse der Kinder und wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen damit?
  • Was sind Ihrer Erfahrung nach die besten bildschirmfreien Werkzeuge für das Fernlernen in verschiedenen Altersgruppen (Schulbücher, andere Bücher, Bausteine, Rätsel, Brettspiele usw.)?
  • Wie werden Eltern dabei unterstützt, den Wechsel ihrer Kinder zwischen schulbezogener und  privater Bildschirmnutzungzu begrenzen (z. B. den Zugriff auf Geräte für bestimmte Stunden zu beschränken, Zeitbegrenzung zu verwenden und Software zu filtern,…)?
  • Nach Ihrer Erfahrung: welcher Anteil der früheren Schulstunden sollte für offizielles Fernlernenverwendet werden und welcher Anteil für alltägliche Aktivitäten (z. B. Einkaufen, Kochen, Putzen, Gartenarbeit usw.) oder körperliche Betätigung (Bewegung, Gehen,…) die ebenfalls lernfördernd sind?
  • Nach Ihrer Erfahrung und unter den Bedingungen der derzeitigen Corona-Präventionsmaßnahmen, was sind die besten Möglichkeiten, um das körperliche, psychische und geistige Wohlbefindenvon Kindern zu fördern (Salutogenese, Förderung der Gesundheit…).
  • Was sind Ihrer Erfahrung nach die besten bildschirmbasierten Werkzeuge (Online- und Offline-) Tools für das Fernlernen verschiedener Altersgruppen?
  • Wie wichtig / geeignet sind Ihrer Meinung nach Gruppenaktivitäten online (für viele Schüler) im Vergleich zu 1: 1 Online-Sitzungen (Telefon- oder Video-Chat) für Ihre Schüler unterschiedlichen Alters?
  • Wie koordinieren Sie die Arbeit mit synchronen Tools (wie Zoom- oder Skype-Konferenzen) und welche Regeln sind erforderlich, damit dies funktioniert?
  • Was sind die Aufgaben der Kollegen im Hinblick auf Fernunterricht und die Reaktion auf die Corona-Pandemie im Allgemeinen?
  • Welches Schulleitungs- und Kooperationsmodell wird in diesen Zeiten benötigt und wie kann man mit Kollegen zusammenarbeiten?
  • Gibt es Fernunterrichtspläne für Schüler, um ihren Stundenplan zu ersetzen, und wenn ja, welche?
  • Was ist Ihr Zeitplan für die Einführung eines Fernlehrplans in Ihrer Schule?
  • Was ist der kurz- und mittelfristige Schulungsbedarfund wie kann er unter den gegenwärtigen Umständen angegangen werden?

Wie können Sie Material teilen?

Bitte senden Sie uns eine E-Mail an infonoSpam@ecswe.eu, wenn Sie Material zum Teilen haben. Sobald wir das Material behandelt haben, werden wir überprüfen, was Sie gesendet haben, und prüfen, ob das Potenzial besteht, eine Videokonferenz zu bewerben, die Peer-Learning ermöglicht. Vielen Dank, dass Sie uns geholfen haben.