Online-Lernen aus der Perspektive einer Waldorf Lerntheorie

|   Distance Learning

von Martyn Rawson, lehrt in Kiel am Waldorflehrerseminar/ an der Freien Hochschule Stuttgart/ an der Christian-Morgenstern-Schule in Hamburg, Deutschland

Angesichts der gegenwärtigen Situation, die es erforderlich macht die Kinder und Jugendlichen zu Hause zu „beschulen“, lohnt es sich, einen Blick auf die Grundlagen des Lernens aus waldorfpädagogischer Sicht zu werfen. Seit einigen arbeite ich an der Formulierung einer Lerntheorie für die Waldorfpädagogik (Rawson, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020 a & b); ähnliches findet sich nur an wenigen Stellen, etwa bei Jost Schieren (2016, 2017) und Peter Loebell (2000, 2017). Diese Arbeit ermöglicht es mir, einige vorläufige Ideen zum Online Lernen zu Hause - aus der Waldorfperspektivebetrachtetzu umreißen. 

Ich habe selber in den letzten beiden Wochen in zwei Oberstufenklassen online unterrichtet und bin gleichzeitig auch im engen Kontakt mit Kolleg*innen, die in anderen Jahrgangsstufen tätig sind. Darüber hinaus hatte ich beim Schreiben dieses Artikels die Gelegenheit, auf die Erfahrungen von chinesischen Waldorf Kolleg*innen zurückzugreifen, die bereits seit sechs Wochen in einer ähnlichen Situation ihre Schüler*innen zu Hause unterrichten. 

Wer an längeren Ausführungen zum Lernen interessiert ist, findet diese u.a. auf der Website www.learningcommunitypartners.eu, allerdings überwiegend in englischer Sprache. Ein entsprechender deutscher Text findet sich, in zwei Abschnitte unterteilt, im Lehrerrundbrief (siehe Quellen unten). Der vorliegende Text stellt eine knappe Zusammenfassung der wesentlichen Prozesse des Lernens dar. Jedem Aspekt folgt eine kurze Diskussion der Implikationen, die sich daraus für das online Unterrichten und das ‚Homeschooling‘ ergeben. Es ist allerdings nicht Ziel dieser Darstellung, die einzelnen Prozesse genau zu rechtfertigen oder durch Argumente zu belegen – das geschieht in der oben genannten Literatur. 

Lernen aus anthroposophisch-menschenkundlicher Sicht
Ich möchte mit einer Definition des Lernens beginnen, die sowohl für die Kindheit als auch das Jugendalter relevant ist.  Lernen ist ein Prozess der Individuation in dem der geistige Kern des Menschen, das Ich, sich mit dem bewohnten Körper verbindet (mit dem physischen Leib und seinen Lebensprozessen) und danach strebt, eine Beziehung zu seinem Selbst, den Anderen und der Welt aufzubauen. Diesen Prozess nennen wir Selbstbildung: die Person bildet sich in der Auseinandersetzung mit dem Anderen, mit der Natur, der belebten Welt und den sozialen und kulturellen Strukturen, in die ein Mensch eingebettet ist. Dies geschieht in dem Bestreben, stabile und kohärente Identitäten aufzubauen und handlungsfähig zu bleiben – d.h. die Fähigkeit zu erlangen, in der gegebenen Situation, in der ein Mensch sich befindet, autonom handeln zu können. Wir nennen diesen Prozess transformatives Lernen und er umfasst den ganzen Menschen. 

Aus der Perspektive der anthroposophischen Menschenkunde werden die Kräfte, die die Lebensprozesse in der ersten Phase des Lebens bis zum Zahnwechsel formen, gestalten und organisieren, teilweise vom Leib freigesetzt. Sie stehen dem Kind für das Ausformen, Gestalten und später für die Individualisieren seines Denkens, Fühlens und Wollens zur Verfügung. Diesen Prozess bezeichnen wir als Lernen. Beim Lernen greift die Seele die Erfahrungen auf, die ein Mensch durch seine Sinne und seine emotionale Resonanz auf diese erlebt, und prägt sie sich als Erinnerungen ein. Im Laufe der Zeit erntet der Geist, das Ich, - so Steiner- die Früchte dieser einverleibten Erfahrungen und extrahiert aus ihnen die Kräfte, die notwendig sind, um Dispositionen und Fähigkeiten aufzubauen und anzureichern. Das Ich, bzw. die geistige Gestalt, die es aneignet, wächst sich durch diese Kräfte, die in den aufgenommenen Erfahrungen leben, und entwickelt sich erweiterten und dauerhafter Fähigkeiten. Wenn ich erst einmal eine neu Fähigkeit erworben habe, wenn ich erstmal etwas kann was ich vorher nicht konnte, bin ich eine andere Person. Deshalb sprechen wir vom transformativen Lernen. Dieses Lernen führt nicht nur zum Anwachsen von Wissen oder Fertigkeiten, sondern verändert grundlegend, wer wir sind und werden können. Wenn wir z.B. schon lesen können, ändert sich unser Zugang zur Welt. Wir werden erfahrener und wir können komplexere Vorgänge anders und tiefgreifender verstehen. Allerdings ist nicht alles Lernen transformativ in diesem Sinne, besonders wenn es um sehr einseitiges Lernen geht, entweder einseitig sehr physisch, sehr intellektuell oder sehr emotional. 

Lernen und die Rolle der Motivation
Kinder und Jugendliche lernen ständig informell und beiläufig. Durch formale, strukturierte Anweisungen und durch sorgfältig gestaltete Lernrhythmen wird das Lernen systematisch. Wenn Menschen lernen, weil sie interessiert und intrinsisch motiviert sind, expandiert ihr Lernen und ihre Fähigkeit zu lernen steigert sich enorm. Dieses sogenannte expansive Lernen wird dadurch motiviert, dass dieses Lernen als biografisch relevant erlebt wird. Wenn Menschen dagegen nur aufgrund äußerer Erwartungen und äußeren Drucks lernen, oder weil sie lernen müssen, dann tun sie meist nur gerade so viel, wie absolut nötig ist. Das nennen wir defensives Lernen. Es gibt noch zwei weitere Konzepte, die in diesem Zusammenhang interessant sind. Das oberflächliche Lernen beinhaltet das kurzzeitige Erinnern von Fakten, Vokabeln, Wörtern, während beim tiefen Lernen die Erfahrungen in einem sinnvollen Zusammenhang stehen und Teil eines langfristigen Verstehensprozesses sind. Tiefes Lernen entwickelt sich durch das Anwenden und die Anbindung des Gelernten an einen breiteren Kontext. Lebendige Konzepte entwickeln sich und wachsen ein ganzes Leben lang durch immer neue Erfahrungen. Jede bedeutende neue Erfahrung beeinflusst, welche folgende Erfahrungen wir machen, indem sie uns ein noch breiteres Verständnis ermöglicht. 

Vorbedingungen des Lernens
Aus der Waldorf Perspektive gibt es eine Reihe von Faktoren, die das Lernen positiv beeinflussen. Dazu gehören:

  • entspannt sein und sich sicher fühlen;
  • sich in der Lernsituation willkommen fühlen;
  • in einer lernenden Gemeinschaft eingebettet sein und an dieser teilnehmen können;
  • sich unterstützt fühlen und über das zum Lernen notwendige Handwerkzeug verfügen; 
  • das Gefühl haben, dass die Aufgaben verstehbar sind;  
  • das Gefühl haben, dass es sinnvoll ist sich anzustrengen und teilzunehmen;
  • sich mit der Situation im Einklang fühlen und in den wichtigen Sinnen wach sein. 

In der Schule investieren die Lehrkräfte im Hauptunterricht und in den Fachstunden recht viel Zeit, um diese Bedingungen jeden Tag wieder herzustellen – das wird oftmals als der rhythmische Teil des Unterrichts bezeichnet. 

Was heißt das für das online Lernen, das „Fern-Lernen“:

  • Es bedarf guter Kommunikationskanäle zwischen Lehrkräften und Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern, Schüler*innen untereinander, die zu dem kollektiven Erleben beitragen, dass wir in all dem, was wir tun, verbunden sind. Vor allem muss sichergestellt werden, dass alle einen ausreichend guten Zugang zu diesen Kommunikationskanälen haben. (Familien sind unterschiedlich mit digitalen Medien ausgestattet und verfügen über unterschiedliche Ressourcen; einige  sind sozial, ökonomisch, akademisch privilegiert, während andere benachteiligt sind.)
  • Kinder sollten den „Zuhause-Unterricht“ mit einer kurzen Abfolge von Koordinationsübungen beginnen,  Strecken, Hüpfen, Dinge, die die Körpersinne und den Balancesinn aktivieren; das Einmalseins Üben, ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen, auch wenn sie alleine sind. Die weitere Lernzeit sollte regelmäßig durch körperliche Bewegung unterbrochen werden: Treppen rauf- und runterlaufen; Hüpfen, Springen, Klatschen…)
  • Selbst wenn wir uns nicht treffen können, sollte es doch eine Möglichkeit zu täglichem Kontakt zwischen Lehrkraft und Klasse geben, egal über welches Medium das ermöglicht wird. (Hier  gilt es, altersgemäße Wege zu finden.)
  • Klare Anweisungen sind ebenso wichtig wie die Unterstützung derjenigen, die unsicher sind.
  • Schüler*innen sollten ermutigt werden, miteinander in Kontakt zu bleiben und sich gegenseitig zu helfen. 

Aus Sicht der Lehrkräfte sind diese Vorbedingungen in dem enthalten, was Steiner die Seelenökonomie nennt. Gesundes Lernen kann dann stattfinden, wenn die größtmögliche Menge an Material in einem Minimum an Zeit eingeführt wird und die einfachsten Mittel dazu benutzt werden. 

Allerdings sollte das in so einer Art und Weise geschehen, dass kein Kind / Jugendlicher den Überblick über die Situation verliert. Gesundes Lernen setzt ein Minimum an ungesunden Aspekten und ein Maximum an Wohl-Fühlen voraus.

Lernende brauchen grundsätzlich ein Kohärenzgefühl, d.h. sie brauchen das Gefühl, dass sie verstehen, was von ihnen verlangt wird, sie brauchen das Gefühl, die Aufgaben bewältigen zu können und über die notwendigen Werkzeuge und Mittel zu verfügen, und sie brauchen das Gefühl, dass die Aufgaben bedeutungsvoll für sie sind. 

Was heißt das für das Online – Lehren?

  • Stellen Sie genügend Material zur Verfügung; halten Sie es gleichzeitig technisch einfach. Klare Aufgabenstellungen und eine regelmäßige Wiederholung der Ziele und Arbeitsweisen helfen. Schüler*innen sollten ein Feedback geben, dass sie die Aufgabe verstanden haben und am Arbeiten sind.
  • Es braucht klare Angaben dazu, wie lange die Schüler*innen an den Aufgaben arbeiten sollen. Setzen Sie klare Zeiträume – das sollte nicht mehr sein, als an Unterrichtszeit zur Verfügung steht – eher weniger. (Sonst sorgen Kinder und Eltern sich, ob sie genug und das Richtige tun.)
  • Ermutigen Sie Kinder dazu aufzuhören und etwas anderes zu tun, wenn sie müde sind. 
  • Wegen des fehlenden Kontaktes brauchen die Schüler*innen viel mehr Zuspruch und Bestätigung als normalerweise in der Klasse . 

Die Seelenökonomie wird von den folgenden Faktoren wesentlich beeinflusst: 

  • Die Qualität des Lernen hängt von der Tiefe der Vorbereitung der Lehrkraft ab – die Lehrkraft muss schon im Vorwege wissen, was die Schüler*innen lernen sollen, was die wesentlichen und zentralen Punkte sind, so insofern einen Input bereitstellen, der diese Punkte für die Schüler*innen deutlich macht. (Dazu gehört es auch die Dinge wegzulassen, die in dieser Lernsituation nicht gelernt werden können.)
  • Die Lehrkraft braucht eine starke innere Verbindung sowohl mit dem Thema und Fach, als auch mit den Schüler*innen haben, die sich in einem enthusiastischen Interesse manifestiert. 
  • Die Materialien und die Lernprozesse sollten so künstlerisch wie möglich  präsentiert werden, so dass zum Ausdruck kommt, dass die Teile zu einem bedeutenden Ganzen gehören und das die Materialien ästhetisch eine möglichst hohe Qualität aufweisen. 
  • Das Material sollte auf die spezifischen Lernbedürfnisse und Interessen der Lerngruppe zugeschnitten sein.
  • Die Aufgaben sollten ein breites Spektrum an Möglichkeiten bieten, so dass die einzelnen Schüler*innen sich auf unterschiedlichem Niveau und mit verschiedenem Interesse damit beschäftigen können. 
  • Regelmäßiges individuelles Feedback und konkrete Vorschläge für nächste Schritte sind sehr wichtig. Das setzt natürlich voraus, dass die Schüler*innen wissen, was von ihnen erwartet wird. (Auch hier gilt es, altersgemäße Wege zu finden und Erwartungen zu formulieren.)

Daraus ergeben sich für das Online-Zuhause- Lernen folgende Konsequenzen: 

  • Suchen Sie oder entwerfen Sie Material, dass den Bedürfnissen und Beschränkungen der gegenwärtigen Situation Rechnung trägt. (Bitten Sie um Hilfe bei digitalen Präsentationen, wenn nötig.)
  • Koordinieren Sie Ihre Aufgaben mit denen der anderen Lehrkräfte, so dass die Schüler*innen weder zu viele noch zu wenige Aufgaben bekommen.
  • Stellen Sie sicher, dass die Aufgaben eine differenzierte Herangehensweise ermöglichen. Sie sollten im Idealfall ohne die Hilfe der Eltern machbar sein. (Einige Eltern haben mehr Zeit und Möglichkeiten als andere! Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Eltern zu Lehrkräften werden.)

Das Lernen geht durch verschiedene Phasen – die Übersicht zeigt neben den Implikationen dieser Phasen für den „normalen“ Unterricht Vorschläge auf, wie diese Aspekte beim Online Lernen berücksichtigt werden könnten:

                      Lernprozess / Lernaktivität

 

 

Implikationen für den „normalen“ Unterricht

Konsequenzen für das Online / Fern-Lernen?

                      

                  Reiche Erfahrung / Teilnahme an einer Lerngemeinschaft

 

Direkte Erfahrung / Erlebnis durchs Tun oder durch eine Erzählung, die starke Vorstellungen und innere Bilder hervorruft. 

Allgemein sollten wir soweit wie möglich vermeiden, neue Materialien und Themen einzuführen; es ist besser, wenn wir uns darauf konzentrieren, bestehende Fähigkeiten und vorhandenes Wissen durch Üben zu vertiefen. 

Sollten wir dennoch neues Erlebnisse einführen, dann sollten diese durch eigene Beobachtungen, das Lesen interessanter Texte und Materialien, gute Bilder oder das Anschauen angemessener Filme geschaffen werden. (Fernseh-Dokumentationen erklären normalerweise die Konzepte und erzählen der Zuschauer*in, was er/sie zu denken hat.)

Gelegenheiten zur Teilnahme, v.a. in den Sprachen, der Eurythmie und Musik, sind eingeschränkt. In einigen Fällen ist es vielleicht besser, das Fach einfach für eine gewisse Zeit auszusetzen. Jüngere Schüler*innen könnten von einem geteilten Stundenplan für bestimmte Aktivitäten profitieren, (z.B. „wir beginnen alle damit, zu einer bestimmten Zeit ein bestimmtes Gedicht aufzusagen“). Selbst Schüler*innen  in höheren Klassen brauchen einen regelmäßigen gemeinsamen Kontakt. (z.B. einmal die Woche ein Klassentreffen per Video-Konferenz.)

                                       Das Vergessen

 

 

Über Nacht werden die Erfahrungen sortiert und im Unterbewusstsein mit anderen in Erfahrungen in  Verbindung gebracht. Dieser Prozess kann dadurch verstärkt werden, dass die  Lehrkraft während der Vorbereitung das ganze Phänomen im Bewusstsein hat und dieses dadurch bei der Einführung implizit anwesend ist.  

Das Vergessen bleibt ein wesentlicher Teil des Lernrhythmus und gehört unbedingt in zur Lernroutine dazu, selbst beim Fernunterricht. Vielleicht muss die Lehrkraft noch stärkere und klarere Gedanken während ihrer Vorbereitung haben, um das Unterbewusstsein der Kinder anzusprechen. 

 

Sich erinnern, Erinnerungen teilen und Bedeutung formulieren

 

 

 

JedeR Lernende bekommt die Gelegenheit, die eigenen Erfahrungen – angereichert durch das Unbewusste -  individuell zu erinnern und sie dann in der Klasse zu teilen.

Individuelles Erinnern, Notizen machen zu Kernerlebnissen, schriftliche Beschreibungen, sich mit einem Partner / einer Partnerin  per Telefon austauschen. 

Selbst Diskussionen können organisiert werden, auch wenn das technisch etwas kompliziert st. 

Abhängig von der Altersstufe und der gemachten Erfahrung können sowohl Bilder als auch Wörter zum Erinnern genutzt werden; das Teilen ist eventuell schwieriger. 

Ältere Schüler*innen können auch schon Bedeutungen und Ergebnisse formulieren; allerdings ist ein moderiertes Gespräch hier sicherlich sinnvoller. In der Oberstufe könnten die Schüler*innen erst schriftlich reflektieren, dann online diskutieren. 

 

Das Üben

 

Übphasen im Unterricht und in Form von Hausaufgaben

Her liegt wohl unser Hauptbetätigungsfeld in dieser Online-Phase. Schüler*innen brauchen phantasieanregende, kreative Vorschläge, wie sie das, was sie schon wissen und können, in vielfacher Weise anwenden können. Vielleicht können sie sich sogar selber füreinander Aufgaben ausdenken. 

Wichtig ist es, die Aufgaben so vielfältig und differenziert zu strukturieren, dass alle Schüler*innen teilnehmen können. 

Regelmäßiges Feedback kann z.B. per Mail gegeben werden. Es ist hilfreich, wenn die Kinder / Jugendlichen die Gelegenheit haben, der Lehrkraft direkt Fragen zu stellen oder um Hilfe zu bitten, per Mail, Telefon oder Video. 

Hier bieten sich auch längerfristige Aufgaben wie Beobachtungen, Lern- und Lesetagebücher, Portfolios oder künstlerische Arbeiten an, die über einen festgelegten Zeitraum bearbeitet werden können. 

 

Fähigkeiten entwickeln

 

Im Laufe eines Monats intensiven Übens können meist erste Zeichen eines nachhaltigen Lernens festgestellt werden.

Nach einem Monat können wir damit rechnen, dass sich die Schüler*innen (und wir) an diese Art des Lernens gewöhnt haben. 

 

Transformierendes Lernen

 

 

 

Diese Erfahrung wird uns sicher verändern.

     

Es wird deutlich, dass beim Online Lernen und Zuhause-Lernenzentrale Elemente des Waldorfunterrichts fehlen, wie z.B. das von jemandem (der Lehrkraft) lernen, das Lernen durch die Teilhabe an einer Lerngruppe, die reiche Erfahrung durch direkte Erlebnisse, und das sich auf das Lernen in der Lernumgebung einstellen. Nichtsdestotrotz wird es das Lernen unter diesen Umständen sicherlich fördern, wenn die Lehrkräfte sich die grundlegenden Waldorf-Prinzipen bewusst machen und sich bemühen, die Lernsituationen so weit wie möglich entsprechend zu gestalten.  

 

Literatur

Loebell , P. 2016. "Waldorfpädagogik und Lernforschung- Anschlüsse und Differenzen (Waldorf pedagogy and theories of learning: links and differences." In Handbuch: Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft: Standortbestimmung und Entwicklungsperspektiven (A handbook of Waldorf pedagogy and the science of education: positions and developmental perspectives), edited by J. Schieren 389-426. Weinheim and Basel: Beltz Juventa.

Loebell, P. 2017. "Lernen im Kontext der Waldorfpädagogik."  Lehrerrundbrief 102 (May):31-45.

Loebell, P. . 2000. Lernen und Individualität: Elemente eines individualisierenden Unterrichts (Learning and individuality: elements in individualised teaching). Weinheim: Beltz.

Rawson, M. 2016. "Expansives oder defensives Lernen? SSC als Gegenpraxis: erste Erfahrungen (Expansive or defensive learning:SSC as counter practice: first experiences)."  Lehrerrundbrief 105:119-135.

Rawson , M. 2017. "Lernen als Partizipation in Gemeinschaften der Praxis in heilpädagogischen Einrichtungen."  Seelenpflege in Heilpädagogik und Sozialtherapie 2017 (4):37-53.

Rawson , M. 2018. "Lernen als partizipation in gemeinschaften der Praxis: Zweiter Teil eines Forschungsprojektes."  Seelenpflege in Heilpädagogik und Sozialtherapie 2018 (1):22-39.

Rawson, M. 2019a. "Generative Prinzipien der Unterrichtsgestaltung und Praxisevaluation in Waldorfschulen." In Studienbuch Waldorfschulpädagogik, edited by A. Wiehl 155-168. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. utb.

Rawson , M. 2019b. "Sieben Lernprozesse: Ein Beitrag zur Waldorflerntheorie (Teil 1)."  Leherrundbrief 109:108.

Rawson, M. 2020. "Lernprozesse 2."  Leherrundbrief 110:76-90.

Schieren , J. 2016. "Lernen in der Waldorfpädagogik." In Handbuch: Waldorfpädagogik und Erziehungswissenschaft: Standortbestimmung und Entwicklungsperspektiven (A handbook of Waldorf pedagogy and the science of education: positions and developmental perspectives), edited by J. Schieren 427-446. Weinheim Basel: Beltz Juventa.