Religionslehrertagung

Trinitatis, 5. - 7. Juni 2020, Goetheanum CH-Dornach
Thema: Auf dem Weg zum Ich
veranstaltet vom Internationalen Religionslehrergremium

Liebe Freunde,
im Namen des Internationalen Religionslehrergremiums laden wir alle Kollegen und an unserer Arbeit Interessierten herzlich zur Religionslehrer-Tagung 2020 ein. Wir wollen uns mit folgendem Thema beschäftigen: Auf dem Weg zum Ich

Jeder Unterricht, alles Lernen soll den ganzen Menschen ergreifen, sein Denken, Fühlen und Wollen ernähren und weiterbringen. Und dann, so Steiner am 15.8.1923, braucht der Mensch noch eines: die religiöse Vertiefung! Diese führt den Prozess ins Wesenhafte: zum Ich und seiner Vereinigung mit dem Menschen, dem Stoff, der Sache, dem Göttlichen. Diese vier Stufen, die in einer Kultushandlung in idealer Form erfahrbar werden, liegen jedem Gespräch, jeder Kunstbetrachtung, jeder Form der Aneignung eines Inhalts als »Urprozess« zugrunde.

Etwas tritt als Botschaft an unser Bewusstsein heran, wir geben ihm in uns Raum, was Zurücknahme unserer selbst und Hingabe an ein anderes bedeutet, das mich verwandelt, bereichert, und mit dem ich mich im wahren Verstehen vereinige (Kommunion). Diesen Vorgang, der in all unserem Tun mit den Schülern angestrebt werden und leben sollte, verdichtete Steiner in drei wirkungsvolle Rituale, den Lebensaltern gemäß.

Am 1. Februar 1920 wurde die erste Sonntagshandlung für die Kinder gefeiert, als Inkarnationshilfe für dieses Alter. Der Weg der Handlung führt über die eben charakterisierten Schritte zum Ich: Die Schüler bekräftigen: Mein Ich will sich aufmachen, um den Geist des Alls, der in allem lebt, zu suchen. Mit diesem Weg, seinen Stationen und Schwellen in unserem Alltag, Unterricht und Kultus wollen wir uns in der Tagung beschäftigen.

Mit freundlichen Grüßen,
Elisabeth von Kügelgen
Für das Internationale Religionslehrer-Gremium
Claus-Peter Röh
Für die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft


Literatur zur Vorbereitung:
Rudolf Steiner, GA 342, Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, Vortrag vom 14. Juni.1921